Vietnam: Mekong Delta

Was wächst wie, was schmeckt wie – Früchtevielfalt, Obstgärten und Märkte in Vietnam

Sie liegen wie selbstverständlich in Körben in den Obstabteilungen von Supermärkten. Oft haben sie bis dorthin einen sehr langen Weg hinter sich gebracht. Aber wo kommen die exotischen Früchte mit den oft unaussprechlichen Namen wie Pitaya oder Guave eigentlich her?

Wir sind der Sache in Vietnam auf den Grund gegangen und sind dort durch große und kleine Gärten geschlendert, haben Märkte an Land und auf dem Wasser besucht und so manch seltsame Frucht verspeist. weiterlesen

Ausgehend von Ho Chin Minh, dem früheren Saigon, und der heutigen Hauptstadt von Vietnam fuhren wir mit einem Guide und einem Fahrer immer tiefer ins Mekong Delta bis in die Provinz Vinh Long und Can Tho. Der Guide führte uns dort zu privaten Gärten und größeren Plantagen und zeigte uns einen traditionellen schwimmenden und einen einheimischen Markt, wo die unfassbaren Obstmengen in den frühen Morgenstunden verkauft und gehandelt werden.

Dank diesem sehr privaten Ausflug in das Mekong Delta wissen wir nun, dass Pitayas an Kakteen wachsen und die Jackfrucht überall am Stamm seines Baumes wachsen kann. Hier nun die von uns probierten Früchte im Einzelnen:

Früchtevielfalt und Obstgärten
Jackfrucht

Die Jackfrüchte wachsen am Stamm des Jackfruchtbaumes. Die Größe der Früchte erstaunt uns. Diese können bis zu 30kg schwer werden und wachsen in länglicher Form. Das Fruchtfleisch ist gelb. Es schmeckt im reifen Zustand sehr süß. Sie ist jedoch sehr faserig, was ein wenig gewöhnungsbedüftig ist. Ursprünglich stammen die Früchte aus Indien.

Wasserapfel

Der Wasserapfel hat nicht wirklich viel mit dem Geschmack eines Apfels zu tun. Lediglich die Glockenform und eventuell noch die Röte erinnern an einen Apfel. Die Frucht ist bissfest, hat saftiges weißes Fruchtfleisch und schmeckt eher wie eine bittere Birne. Die Früchte wachsen am gleichnamigen Baum.

Pitaya

Die Pitaya wird auch als Drachenfrucht bezeichnet. Sie ist eine Kaktusfrucht und bildet sich aus den Blüten am Ende der Sprossen der Kaktee. Reife Früchte sind pink. Halbiert man diese erinnert das Fruchtfleisch an Stracciatella. Es ist weiß und von schwarzen Samen gespickt. Das Fruchtfleisch wird meistens gelöffelt. Die Haut kann man nicht essen. Alle Früchte die wir probiert haben, waren für uns eher geschmacksneutral. Generell hat sie wohl eher einen dezenten süßlichen Geschmack.

Guave
Die Guave wächst an immergrünen Bäumen. Sie ist rund bis oval und grün. Das Fruchtfleisch ist pink. Ob eine Guave reif ist, kann man direkt riechen, denn dann duftet sie süß. Und süß-säuerlich schmeckt sie auch. Die Frucht kann ganz gegessen oder nur das Fruchtfleisch verzehrt werden. Die Guave stammt ursprünglich aus Zentral-Amerika, ist jedoch auch in Vietnam nicht mehr wegzudenken.
Papaya

Die Papaya wächst ebenfalls am Baum und wird auch Baummelone genannt. Sie wächst oval und ist zunächst grün bevor sie im reifen Zustand gelb wird. Das Fruchtfleisch ist orange. Ist eine Papaya reif, schmeckt sie süß. Vor dem Genuss sollte diese halbiert werden und das Fruchtfleisch von den Kernen in der Mitte der Frucht befreit werden. Die Heimat der Papaya liegt in Mittelamerika und Südmexiko.

Neben den im Details beschrieben Früchten wurden uns noch Bananen, Kokosnüsse, Ananas und Litschis aufgetischt. Interessant zu wissen ist, dass die Vietnamesen ihr Obst gerne in Salz dippen. Insbesondere Ananas, Papaya und Guave werden gerne mit Salz gegessen. Das Fleisch der Jackfrucht wird sehr gerne in Streifen geschnitten, gebraten oder gekocht und als Art Salat mit Fischsoße beträufelt genossen. Zudem wird die Jackfrucht getrocknet und als Süßigkeit auf den Märkten verkauft.
Märkte – so kauft und verkauft Vietnam

Die schwimmenden Märkte gehören zum Pflichtprogramm eines jeden Mekong Delta Besuches. Dank unseres Guides sind wir, nach einer kurzen Nacht, nicht zum touristisch überlaufenen Cai Rang gefahren, sondern zu dem noch authentischen schwimmenden Markt Phong Dien. Um diesen zu besichtigen sind wir nachts um vier Uhr aufgestanden und mit unserem Guide und Fahrer Richtung eines Seitenarms des Mekong gefahren. In dunkelster Nacht hielt unser Guide dort ein Boot an und wir schipperten in Richtung Markt.

Bereits bei Sonnenaufgang herrscht auf dem schwimmenden Markt Phong Dien hektisches Treiben. Händler auf kleinen Booten, die prall gefüllt mit frischen Früchten aus den Gärten sind und Verkäufer mit großen Boote, beladen mit kiloweise Gemüse warten hier auf ihre Abnehmer. Es wird gehandelt und verkauft und wir sind mittendrin. Um in dem ganzen Gewirr von Booten, den Überblick zu behalten und zu wissen, welches Boot, was anbietet, hängen die Händler ein Exemplar ihrer Waren an hohen Stangen auf, die sie am Schiff befestigt haben und das ganze Getümmel überragen. Wir sind sehr beeindruckt von dem Treiben, aber frieren. Bis unser Guide ein Boot anhielt, dessen Besitzerin den typischen vietnamesischen Kaffee verkauft.

Traditionsgerecht gibt die Vietnamesin den geriebenen Kaffee dafür in ein Metallfilter, der auf einem Art Topf steht und dann mit kochendem Wasser übergossen wird. Dann füllt sie unsere Becher bis zu einem Viertel mit einer gezuckerten Kondensmilch, schenkt den Kaffee darüber und verrührt diesen. Voila der süße Café sua da ist fertig und das Ergebnis schmeckt köstlich und wärmt.

Vom schwimmenden Markt fuhren wir weiter zu einem Bootsanlegesteg, an dem ein weiterer einheimischer Markt darauf wartete erkundet zu werden. Hier kaufen die Vietnamesen nicht nur frisches Obst und Gemüse, sondern auch fangfrischen Fisch, Fleisch und Entenköpfe sowie Rinderknochen, um die berühmte vietnamesische Suppe Pho, die zum Frühstück gegessen wird, zuzubereiten.

Die Suppe kann ebenso wie die zahlreichen Früchte und Gemüse an Straßenständen in ganz Vietnam gekauft werden.

Wir sind auch heute noch beeindruckt von unserer Erkundungstour im fruchtbaren Land Mitten im Mekong Delta. Unser Guide hat es, mit vielen privaten Einblicken und Nähe zu den freundlichen Einheimischen, die er uns geboten hat, geschafft, uns einmaligen und unvergesslichen Reisereichtum zu schenken.

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