Thailand: Bangkok

3 Tage im etwas anderen Bangkok

Was wir in drei Tagen Bangkok erlebt haben, erlebt nicht jeder. Wir waren dort im Januar 2014 und was zu dieser Zeit passierte, hat die Welt und insbesondere Thailand bewegt (und in eine andere politische Ausrichtung geführt).

Wir waren mittendrin im Shutdown Bangkok. Als wir unsere Reise planten war nicht abzusehen, welches politische Ereignis in Bangkok stattfinden wird. Wir haben in den Wochen vor unserer Abreise viele Berichte in den Nachrichten gesehen und in Zeitungen über die Lage in Thailand gelesen. Wir entschieden uns dennoch dazu, nach Bangkok zu reisen.

Es war ein besonderer Städtetrip und wir haben uns, um ehrlich zu sein, immer ein Türchen für eine direkte Weiterreise nach Kambodscha offen gehalten. Die Situation in Bangkok war anders als üblich. Es lag etwas in der Luft und es war in manchen Stadtteilen erschreckend ruhig.

Es fuhren nur wenige Autos, Taxen und TukTuks durch die Straßen. Denn diese waren insbesondere an den Knotenpunkten besetzt von den Demonstranten aus Bangkok, der Umgebung und dem ganzen Land. Es erklangen keine Hupen, sondern gemeinsame Gesänge und Aufforderungen an die Regierung. Die politischen Hintergründe möchten wir hier nicht ausführen. Diese können gegoogelt werden. Wir wollen die Situation keineswegs verherrlichen. Uns geht es vielmehr darum, zu zeigen, dass auch zu dieser Zeit, das Entdecken von Bangkok und seinen Sehenswürdigkeiten möglich war. Auch wenn eingeschränkt und mit Respekt vor der Situation.

Einschränkungen und Lösungen

So konnten wir die bei Backpackern und vielen Touristen beliebte Kaoh San Road und das Victory Monument nicht betreten. Das tat dem Zauber von Bangkok aber keinen Abbruch. Auch das Reisen mit TukTuk oder Taxi war schwierig. Wir haben einfach den Skytrain genutzt; die Bahn, die sich über den Straßen von Bangkok bewegt. Der Ticketkauf am Ticketschalter war leicht (für 130 Baht gibt es dort eine Tageskarte, mit der man so oft zwischen 6.00 und 24.00 Uhr fahren kann wie man möchte) und auch das Finden des richtigen Zuges war kein Problem. Und so fuhren wir meistens zur Haltestelle Saphan Taksin in Richtung des Fluss Chao Phraya und stiegen dort in das Chao Phraya Express-Boot; ein günstiges Personenschiff, welches auch von Einheimischen genutzt wird (Tipp: gelbe Flagge beachten, wenn man nicht an jedem noch so kleinen Steg mit dem Schiff anhalten möchte). Hier war die Sache mit dem Ticket ein wenig schwieriger und so fuhren wir beim ersten Mal ohne Ticket bis wir verstanden, dass wir diese direkt auf den – meistens voll besetzten – Booten kaufen konnten.

Die Geburtstätte der Thai-Massage Wat Pho

Unsere erste Boots-Fahrt führte uns zum Wat Pho. Im buddhistischen Tempel haben wir Stunden verbracht und die riesige Anlage bestaunt. Hauptattraktion ist der 46m lange und 15m hohe liegende Buddha, der in seiner vollen Größe und Pracht einfach nicht auf ein Foto zu bekommen war. Mächtig beeindruckend war auch die Tempelvielfalt, die filigranen Verzierungen an diesen und die Unmengen an unterschiedlichsten Buddha-Statuen, die in jeder Ecke und in jeden Tempel glänzten und funkelten.

Wusstet ihr eigentlich, dass aus der auf der Anlage gelegenen Universität der thailändischen Heilkünste, die klassische Thai-Massage stammt?

Diese hätten wir eigentlich jetzt gut für uns und unsere Füße gebrauchen können, doch wir hatten lediglich zwei volle Tage in Bangkok, in denen wir viel sehen und bestaunen wollten.

Chinatown in Bangkok

Also ging es zurück auf das Boot und mit diesem Richtung Chinatown in Bangkok.
Im chinesischen Stadtviertel angekommen, befanden wir uns plötzlich umgeben von den typischen roten Lampions inmitten eines der buntesten und schrillsten Markttreiben, das wir je erlebt haben (und das sagen wir, obwohl wir schon in China waren).
In Chinatown gibt es alles: Ramsch, Kleidung, Essensstände, Restaurants, Schmuck, Plastikspielzeug, Souvenirs, chinesische Medizin, Gewürze, Reis, Nudeln und und und. Die Gassen zwischen den Markt-Ständen sind teilweise so eng, dass man nur seitlich laufen kann. Die Gerüche sind überwältigend und manchmal kein Genuss für die Nase. Auch mancher Anblick von Entenköpfen und Schweinefüßen war kein Genuss für die Sinne, aber der Besuch von Chinatown wird nicht umsonst in jedem Reiseführer empfohlen.

Tipp: Auch der Tempel Wat Traimit mit seinem 700 Jahre alten goldenen Buddha im Zentrum des chinesischen Stadtviertels sollte bei einem Besuch von Chinatown besichtigt werden.

Großer Palast und Wat Phra Khaeo

Am nächsten Morgen starteten wir früh in den Tag und mit der Bahn erneut Richtung Fluss, um mit dem Boot zum Königspalast zu schippern. Wir waren froh, dass wir den Palast besichtigen konnten, denn der Palast gehört zu Thailand wie der Eiffelturm zu Paris und das Brandenburger Tor zu Berlin und zählt somit zu den Must-Sees in Bangkok. Es wäre schon ein wenig ärgerlich gewesen, diesen nicht entdecken zu können.
Der Palast bildet gemeinsam mit dem Wat Phra Khaeo ein riesiges Gelände, dass von weißen Mauern umgeben ist. Einzige Hürde, die man überstehen muss, ist die Kleidungskontrolle am Eingang. Uns war durchaus bewusst, dass keine kurzen Röcke und Shorts getragen werden dürfen, und auch, dass die Schultern bedeckt sein müssen. Dennoch musste ich am Ende über mein T-Shirt, meinen extra eingepackten Kapuzenpulli tragen und über meinen knielangen Rock, unter dem ich eine lange blickdichte Leggins trug, wurde von einer netten Sicherheitsbeamtin ein Tuch gewickelt. Der Besuch der gigantischen Anlage, die gespickt ist mit architektonischen, malerischen und künstlerischen Highlights, war dann doch ein wenig schweißtreibender als gedacht.

Wat Arun

Im Anschluss liefen wir zu Fuß bis zum nahegelegenen Wat Pho, in dessen Nähe die Bootsanlegestelle lag und fuhren quer über den Fluss zum Wat Arun. Dort kletterten wir die nicht genormten, steilen Stufen hinauf und genossen einen fantastischen Blick über alte Traditionsgebäude sowie auf neue moderne Hightower, wie dem aus Hangover bekannten Lebua State Tower.
Der Abstieg gestaltete sich dann ein wenig abenteuerlich. Die Treppen vorwärts hinabzusteigen war nicht möglich. Also ging es rückwärts mit festem Griff an dem – Gott sei Dank – vorhandenen Geländer wieder runter. Unten angekommen hieß es dann wieder ab ins Boot, auf zur Bahn und zurück Richtung Sukhumvit.

Sukhumvit und sein Nachtleben

Das Unterhaltungsviertel von Bangkok in der Straße Sukhumvit macht seinem Namen jeden Abend und jede Nacht alle Ehre. Hier laden hunderte Bars zum Cocktailtrinken ein und in den Restaurants gibt es europäisches Essen wie Pizza und Burger. Zudem kann traditionell an kleinen Straßenküchen gegessen werden oder an spontan aufgebauten, wild blinkenden, kleinen VW-Bussen ein cocktail-ähnliches Gemisch auf Plastikstühlen am Straßenrand sitzend getrunken werden. Auch Einkaufen kann jeder, der will, die ganze Nacht in Shops oder an Marktständen entlang der Straße. Das Tanzbein schwingen ist selbstverständlich auch möglich. In der benachbarten Soi 11 öffnen Bars und Clubs mit unterschiedlichster Ausstattung und Zielgruppe täglich ihre Pforten für Feierwütige. Aber Vorsicht vor dem Hangover.

Wir hatten in Bangkok weder einen Hangover, noch hat uns der Bangkok Shutdown einen Strich durch unseren Städtetrip gemacht. Wir konnten uns mit Achtung, Respekt und ein paar Tricks und Kniffen frei bewegen und Reisereichtum in Bangkok erleben.

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