Region: Hessischer Radfernweg R3 und Mainradweg

Mit dem Drahtesel auf den Spuren des Spätlesereiters

Idylle, Natur pur, Industrieflair und Großstadtcharm überzeugten uns auf dem Mainradweg von Mainz-Kostheim nach Mainhattan. Und unerwartet entdeckten wir schöne Plätze und Reisereichtum-Schätze entlang des Mains.

Bereits früh am Morgen sattelnden wir unsere Räder und machten uns auf den Weg nach Frankfurt. Vor uns lagen 36 km auf dem uns noch unbekannten Mainradweg und Hessischen Radfernweg R3. Der Hessische Radfernweg führt von Rüdesheim am Rhein bis nach Tann in der Rhön. Auf unserem Streckenabschnitt treffen die beiden Radwege aufeinander.

Wir radelten von Mainz-Kostheim entlang der Weinberge von Hochheim über Okriftel vorbei am Industriepark Höchst bis zur Rhein-Main-Metropole Frankfurt. Etwas in Sorge, ob wir es wirklich bis Frankfurt schaffen, traten wir gemächlich in die Pedale und genossen die tollen Flussufer und die schöne Landschaft entlang des Mains.

Die Strecke lässt sich problemlos untrainiert fahren. Die Wege sind flach und an fast allen Stellen asphaltiert. Für Päuschen bieten sich zahlreiche Parkanlagen am Mainufer unter anderem in Flörsheim oder Eddersheim an. Auch einsame Holzbänke warten nur darauf, dass jemand auf ihnen Platz nimmt und die Natur genießt. Genießen kann jeder, der will, auch ein Rheingauer Weinchen am direkt am Main gelegenen Weinprobierstand in Wicker. Neben jede Menge weiterer Radfahrer begegneten uns auf unserer Tour spielende und lachende Kinder, gackernde Gänse und freundliche hilfsbereite Einheimische. Und wir hatten Glück, denn die Windlage war gut, so dass nur wenige Flugzeuge über uns starteten und landeten, was die Idylle schon einmal stören kann, aber nicht muss.

Zu sehen gibt es Einiges: alte und neue Mainbrücken, Fachwerkhäuser und moderne Bauten, Schleusen und Fährbetriebe, Sonnenlichtspiele im Okrifteler Wäldchen, Rudervereine und Kanufahrer, den Industriepark Höchst und die Skyline von Frankfurt.

In Frankfurt, unserem Zielort angekommen fuhren wir direkt nach Alt-Sachsenhausen zum Äbbelwoi (Apfelwein) trinken und grüne Soße essen. Das Frankfurter „Nationalgetränk und -gericht“ solltet ihr euch bei einem Besuch in der Stadt nicht entgehen lassen. Was es sonst noch in Frankfurt zu entdecken gibt? „Mainhattan, wer hätte das gedacht“ 

3 wichtige Fragen zum Schluss:

Wer ist der Spätlesereiter?
Der Spätlesereiter war ein Kurier, der vom Kellermeister in Johannisberg losgeschickt wurde, um beim Bischof in Fulda eine spezielle Erlaubnis zur Weinlese einzuholen. Die Rückkehr des Kuriers verzögerte sich jedoch und die Weintrauben begannen zu faulen. Gepflückt bzw. gelesen wurden die Trauben nach der Rückkehr des Kuriers dennoch und so entstand 1775 die Spätlese in Johannisberg. Die Statue des Reiters ist apropos noch heute im Schloss Johannisberg zu bewundern.

Wem tut der Po weh?
Uns, nur ein bißchen. Die, für manche peinliche, für uns jedoch hilfreiche Fahrradhose hat ihren Dienst getan.

Wie kamen wir zurück?
Gleich 3 S-Bahnen, in denen auch Fahrramitnahmen erlaubt sind, führen vom Frankfurter Hauptbahnhof nach Mainz (S8) oder Mainz-Kastel (S1 und S9).

Radfahren auf den Spuren des Spätlesereiters bringt Reisereichtum.

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