Karibik: Mini-Kreuzfahrt auf die Bahamas

Mit der Majestät von Miami auf die Bahamas

Voller Ehrfurcht stehen wir vor ihr und staunen über ihre Größe und ihren Glanz. Im Hafen von Miami steht sie vor uns, die Majestät der Meere.
Das Kreuzfahrtschiff namens Majesty of the Seas, das uns und 2.000 weitere Passagiere für 4 Tage durch das karibische Meer führen wird, eignet sich perfekt um als Neuling in das Kreuzfahrt-Feeling hineinzuschnuppern und die eigene Kreuzfahrt- und Seefahrt-Tauglichkeit zu testen.

Die Majesty of the Seas ist eines von 22 Kreuzfahrtschiffe der Royal Caribbean International. Mit der Majesty of the Seas geht es für uns in 4 Tagen und 3 Nächten über Coco Cay nach Nassau und wieder zurück nach Miami. Also auf geht`s, Leinen los, Countdown läuft: 3,2,1… Bahamas, wir kommen.

Etwas befremdlich ist der Einstieg in das schwimmende Hotel schon. Immer noch sind wir uns nicht ganz sicher, ob eine Kreuzfahrt wirklich die Art zu reisen und zu entdecken für uns ist, die unseren Vorlieben und Gewohnheiten entspricht und uns entgegenkommt. Kommen wir mit der zeitlichen Befristung für die Ausflüge klar? Wie groß oder klein ist unsere Kabine? Ist das Schlafen in einer Kabine beklemmend? Wie finden wir uns auf dem Schiff zurecht? Fragen über Fragen, die einem von Treppenstufe zu Treppenstufe durch den Kopf gehen.

Über Treppen und Rolltreppen geht es vom Hafen zunächst durch Pass- und Gepäckkontrollen zum Einstiegsdeck, auf dem man direkt ein Willkommensfoto schießen und erwerben kann. Ab dann taucht man in eine zu Teilen surreale Kreuzfahrtschiff-Welt ein, an die wir uns als Kreuzfahrt-Neulinge erst einmal gewöhnen mussten.

Auf dem Schiff gibt es zahlreiche Geschäfte zum Duty-free-Einkaufen, mehrere Bars und Restaurants, eine Kletterwand, eine Joggingstrecke, ein Basketball-Platz, ein Fitnesscenter und selbstverständlich ein Sonnendeck ausgestattet mit einem Süß- und Salzwasser-Pool und einem Whirlpool. Hier tummeln sich dann auch nach und nach alle Passagiere, um die Ausfahrt aus dem Hafen zu feiern und den letzten Blick auf Miami zu genießen.

Kaum in See gestochen geht das Schiffs-Animations-Programm auch schon los. Am Pool erklingen karibische Klänge von einer Live-Band und an den Pools und an der Pool-Bar beginnt das Gedränge. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad zieht es die Massen dann in das Hauptrestaurant des Kreuzfahrtschiffes und nach der Stärkung in Menü-Form zum Tanzen in die Bars und Disco. Wer ein wenig Springbreak-Feeling und den „american way“ bzw. eine besondere Art des amerikanischen Feierns erleben möchte, begibt sich auf das Pooldeck und schwingt dort sein …. Tanzbein.
Anmerkung: auf Grund des amerikanischen Feiertages, dem Memorial Day, war das Schiff, welches eigentlich Familien als Zielgruppe hat, voll mit jungen partywütigen Passagieren und alles wohl ein wenig anders als sonst.

Nach einer kurzen Nacht werden wir allmorgendlich vom Kapitän des Schiffes durch die Lautsprecher begrüßt. Treffende Worte für dieses Szenario fand eine mitreisende Freundin: „ich fühle mich bei der allmorgendlichen Begrüßung wie bei die Tribute von Panem.“ Und sie hat recht. Ein bißchen fühlt es sich so an wie bei den Hunger Spielen und man wartet jeden Moment darauf, dass vom Schiff aus Bilder in den Himmel projiziert werden und zwar von den Gästen, die die Partynacht nicht unversehrt überstanden haben und erst einmal in der Kabine bleiben, um ihren Rausch auszuschlafen statt an Land zu gehen.

Wir blieben selbstverständlich nicht an Bord, sondern fuhren mit dem Tender-Boot zu unserem ersten Ziel auf den Bahamas: Coco Cay.

Coco Cay – Trauminsel oder Inselspielplatz

Coco Cay ist eine kleine Privatinsel der Royal Carribean inmitten der Inselwelt der Bahamas. Diese umfasst mehr als 700 Inseln, von denen lediglich 36 bewohnt sind.

Wer bereit ist, es sich auf Coco Cay nicht direkt an der Anlegestelle am Strand auf einer der zahlreichen Liegen bequem zu machen, sondern einen kleinen Fußmarsch in Kauf nimmt, der erlebt Insel-Idylle und Natur pur und zwar fast alleine. Entscheidet man sich für die ersten Liegeplätze, wird man erschlagen von Angeboten wie Jetskifahren, Wasserrutschen oder weiteren Wassersportaktivitäten und findet sich Mitten im Trubel der Massen wieder.

Weg von den Menschenmassen ergibt sich ein komplett anderes Bild der Insel. Die Schönheit der Strände und der fast schneeweiße Sand lässt einen die Augen reiben und das Wasser und sein Farbspiel gleichen einem Traum von einem perfekten Meer. Und so erlebten wir in dieser Insel-Idylle auch ein einmaliges Naturschauspiel. Im kniehohen Wasser stehend waren wir plötzlich umgeben von einem Stachelrochen, einem Barrakuda und einem kleinen Hai, die ganz nah an uns vorbeischwammen.

Kurz um: Coco Cay ist eine herrliche Bahamas-Insel, die abseits vom Trubel und der Menschenmassen Erholung und einmalige Karibik-Erlebnisse bieten kann.

Nassau – mehr als nur Atlantis

Nach einer weiteren Nacht auf der Majesty of the Seas befanden wir uns bereits zum Frühstücken im Hafen von Nassau. Um die Hauptstadt der Bahamas zu erkunden, müssen wir zunächst wieder durch einen Sicherheitscheck und stehen dann ein wenig planlos zwischen jede Menge Touristennepp und Touri-Tour-Anbietern im Hafen.

Unsere ersten Schritte auf Nassau führen uns zu einem Katamaran, der uns zu einem Schnorchel-Spot vor Nassau bringt. Den Ausflug haben wir am Vorabend direkt an Bord gebucht. Etwas skeptisch, was uns erwartet, waren dann – im Nachhinein betrachtet – sowohl der Ausflug mit dem Katamaran als auch der freundliche Service und der nette Austausch mit den Mitreisenden überraschend schön. Der Katamaran-Ausflug bietet neben dem Entdecken der Unterwasserwelt auch die Möglichkeit, Nassau aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Vom Meer aus können wir ungestört auf die pastellfarbene Welt der Stars und Sternchen blicken, die gespickt ist mit prunkvollen Villen und nebenher ergeben sich wundervolle Aussichten auf einsame Strände und das berühmte Mega-Hotel Atlantis.

Zurück am Hafen drängte bereits die Zeit und wir handelten mit einem Taxi-Fahrer einen Deal aus (35 Dollar Festpreis) und baten ihn, uns die Haupt-Sehenswürdigkeiten von Nassau zu zeigen. Gesagt getan. In rasanter Fahrt, aber überaus freundlich, zuvorkommend und mit viel Witz, zeigte uns unser Fahrer im Eiltempo die Sehenswürdigkeiten der Stadt, erklärte und erzählte uns Interessantes über seine Insel, deren Geschichte und Einwohner, fuhr uns zu dem beeindruckenden Weg durch die Felswände, von wo wir über die Queen`s staircase zum Fort Fincastle gelangten und brachte uns zu einem einheimischen Restaurant, in dem wir einem Koch bei der Zubereitung der Bahamas-Spezialität „conch salad“ über die Schulter schauten und den wirklich scharfen Salat (bestehend aus Muschelfleisch, Tomaten, Paprika und grob geschnittenen Zwiebeln verfeinert mit frisch gepresstem Limettensaft und geschärft mit klein gehackten Chilis und einer Messerspitze goldenem Pfeffer) kosteten.

Das Muschelfleisch stammt aus einer großen Meeresmuschel mit rosafarbenem Gehäuse. Diese kann apropos, an jeder Stelle, an der Touristen gehen und stehen, käuflich erworben werden.

Wir haben uns den Ausflug zum Atlantis gespart, haben das vorzeige Inselparadies Paradise Island nicht betreten und waren am Ende unseres Nassau-Ausfluges dennoch ganz zufrieden mit der Lösung, die wir für den zeitlich begrenzten Landgang gefunden haben.

Auch wenn wir liebend gerne einen Ausflug zu den Bahamas-Schweinen nach Exuma gemacht hätten und gerne eine Runde mit den Schweinchen geschwommen wären, muss sich jeder bewusst machen, dass ein jeder auf einer Kreuzfahrt ein paar Abstriche machen muss. Wie sonst könnten die vielen Passagiere des schwimmenden Hotels sonst kontrolliert und nicht auf einer Insel vergessen werden. Denn wer von uns möchte denn schon als neuer Robinson Crueso auf einer einsamen Inseln auf den Bahamas enden? Oder vielleicht doch?

Mini-Karibik-Kreuzfahrt – unser Erkundungs-Fazit

Alles in allem war die erste Kreuzfahrt-Erkundung ein neues Urlaubs-Erlebnis, an dessen Taktung man sich erst gewöhnen muss. Insbesondere, wenn man ansonsten keine Pauschalreisen, sondern unabhängige Reisen wie Roadtrips im eigenen Mietwagen durch Costa Rica oder Backpacking-Abenteuer in Südostasien bevorzugt.

Generell kann eine Mini-Kreuzfahrt in die Karibik einen Florida-Aufenthalt erweitern, bereichern, einen weiteren Einblick geben und ein gelungener Abschluss eines Urlaubes sein. Gerade im Hinblick auf die vergleichsweise günstigen Preise und die Möglichkeit erstmal nur 3 oder 4 Übernachtungen an Bord der Majesty of the Seas oder eines der vielen anderen Kreuzfahrtschiffen der Royal Caribbean oder einer anderen Reederei zu verbringen, ist das Buchen einer Mini-Kreuzfahrt lohnenswert und bringt Reisereichtum.

Und vielleicht heißt es ja auch für euch bald: einmal Miami zu den Bahamas und zurück, bitte.

Habt ihr bereits eine Kreuzfahrt gemacht? Wie waren eure ersten Eindrücke? Erzählt es uns gerne in den Kommentaren. Wir sind gespannt!

Ein Gedanke zu “Karibik: Mini-Kreuzfahrt auf die Bahamas

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s