Kambodscha

Bezauberndes Kambodscha:
mystische Tempelwelten und die Magie der Menschen

Wer kennt es nicht, das Bild von der Tempelanlage Angkor Wat?
Viele haben das Bild des UNESCO Weltkulturerbes im Kopf, doch erst wenn man wirklich vor dem größten Tempel in Südostasien steht, wird einem die Magie der religiösen Stätte bewusst.

Wir hatten nur eine vage Vorstellung davon, was uns beim Besuch des Tempels und in der nahegelegenen Stadt Siem Reap erwartet. Und uns erwartete Bezauberndes.

Die Ankunft und das Palm Village Resort & Spa

Nach unserem einstündigen Flug von Bangkok nach Kambodscha wurden wir am Flughafen von unserer Unterkunft mit einem Auto (!) abgeholt. Dies war dann auch die letzte Fahrt mit einem Auto für 4 Tage. Denn ab dann hies es: lasset das TukTuk-Abenteuer beginnen. Wir fuhren zunächst noch über eine feste Straße und bogen dann ab auf holprige Feld- und Sandwege. Fernab des Stadtkerns waren wir dann zum ersten Mal bezaubert. Wir wurden herzlichst von den Mitarbeitern im Palm Village Resort & Spa begrüßt und tauchten dort in eine liebevoll gepflegte Gartenanlage mit Außenpool, die wie eine Oase in dem trockenen Land wirkte. In der Nähe des Pools bezogen wir entzückt unser mit Holzmöbeln, eigenem Bad mit Warm- und Kaltwasserdusche und Klimaanlage ausgestatteten Bungalow. Zur Begrüßung gab es auf unserer Terrasse frisches Obst. Das empfehlenswerte Resort mit eigenem Restaurant ist lediglich 15 Minuten TukTuk-Fahrt von Angkor Wat entfernt.

Mystisches Angkor Wat und die Magie der Freundlichkeit

Für unsere Besuche von Angkor Wat und dem archäologischen Park mit weiteren beeindruckenden Tempelanlagen – von Bayon über Ta Prohm bis hin zu Banteay Kdei – organisierte uns das Hotel einen TukTuk Fahrer, der uns an zwei Tagen – zunächst auf dem kleinen und dann dem großen Rundweg – zu den wichtigsten und sehenswertesten Tempeln brachte und immer auf uns wartete. Wir kauften uns am Eingang der Parkanlage das 3-Tages-Ticket, welches praktischerweise nicht an 3 Tagen hintereinander, sondern innerhalb 7 Tagen, genutzt werden kann. Dies vermeidet drohende Tempelreizüberflutung.

TIPP: wir haben die Tempel immer früh am Morgen und entgegen des in den Rundwegen angegebenen Pfades besucht. Auf diese Weise konnten wir Besucherströme umgehen. Dennoch solltet ihr euch bewusst machen, dass die Tempelanlagen alle sehr überlaufen sind und es keinen Ort gibt, an dem ihr nicht auf größere Touristengruppen trefft.

Einen Einblick in die zauberhafte Tempelwelt möchten wir euch in den folgenden Impressionen geben. Nähere und detailliertere Infos zu den Tempeln mit entsprechendem historischen Hintergründen finden sich sicherlich auf geeigneteren Seiten:

Leider gibt es auch Schattenseiten in der magischen Welt der Tempel. Neben der Tempelwelt erwarten euch auch sehr viele bettelnde Kinder, die für only one Dollar Souvenirs und Postkarten verkaufen. Uns haben die Kinder bezaubert und wir hatten viele tolle Momente mit einigen von ihnen, auch ohne etwas zu kaufen. Mehr dazu könnt ihr im Artikel Die Kinder von Angkor Wat lesen.

Ein fast mystisches Erlebnis ist der Sonnenaufgang vor Angkor Wat. Es lohnt sich definitiv sich morgens um 4 Uhr aus dem Bett zu quälen und sich in der Kälte, begleitet von aufsteigenden Nebelschwaden und Hunger, auf die TukTuk-Fahrt zu begeben. Auch wenn Euch wieder sehr viele – wirklich sehr viele – Touristen umgeben werden, es ist ein beeindruckendes Erlebnis, wenn man zunächst in völlige Dunkelheit starrt und sich dann nach und nach die Umrisse der 5 Türme des Tempels zeigen, bevor der Tempel umhüllt von lilafarbenem Licht in seiner vollen Pracht fast erblüht. Und wenn ihr nicht auf der Suche nach dem perfekten Foto seid, könnt ihr diesen Moment voll und ganz genießen und euch bezaubern lassen.

TIPP: um unserem treuen TukTuk-Fahrer auch eine Freude zu bereiten, haben wir ihm immer, wenn wir uns etwas zu Trinken gekauft haben – was Gott sei Dank in der Anlage möglich ist -, auch ein Getränk mitgebracht. Belohnt wurden wir mit einem Lächeln und der Erfüllung des ein oder anderen Extrawunsch, wie unserer Fahrt zum Fluss der 1000 Lingas.

Abenteuerliche TukTuk-Fahrt zum Fluss der 1000 Lingas

Wer genau auf die Idee kam mit dem TukTuk zum Kbal Spean, ein mit spektakulären Gravuren versehnes, tief im Dschungel liegendes Flussbett, welches 50 km von Siem Reap entfernt ist, zu fahren, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen. Die für ein TukTuk doch sehr lange Fahrt sollte sich in jedem Fall zu einem Abenteuer für unseren Fahrer und uns entwickeln.

TIPP: habt für jegliche TukTuk-Fahrten, egal ob kurz oder lang, immer ein Tuch zur Hand, dass euch vor dem Fahrtwind und einem Zug schützt.

Früh am Morgen starteten wir unsere Fahrt Richtung Kbal Spean zunächst bis zum mit Reliefs aus rosafarbenem Stein verzierten Tempel Banteay Srei, der auf unserem Weg lag. Weiter ging unsere landschaftlich beeindruckende Fahrt über holprige Wege durch kleine Dörfer mit Häusern auf Stelzen, entlang Feldern und kahlen Kuhweiden, vorbei an Kindern mit Schuluniform auf Fahrrädern, überladenen Traktoren und lachenden und winkenden Kambodschanern jeden Alters. Auf offener Straße und bei starkem Wind, der uns drohte umzukippen, wurde unser TukTuk dann immer langsamer und zwang uns zu einem Stopp. Der Motor des kleinen Mopeds, das uns zog, war vollkommen überhitzt und musste abkühlen. Die Weiterfahrt fand dann gefühlt im Schneckentempo statt und somit dauerte die ganze Fahrt 2,5 Stunden. Am Aufstieg zum Kbal Spean angekommen, waren nicht nur wir sichtlich erleichtert, sondern auch unser Fahrer, der herzlich lachen musste.

Was uns dann erwartete, war wiederum bezaubernd: ein sandiger Pfad im Regenwald durch dessen Bäume das Sonnenlicht seine Strahlen warf und nach einer 15minütigen Wanderung ein magischer Fluss voller Lingas. Lingas sind in das Flussbett gehauene Symbole, die die schöpferische Kraft Shivas demonstrieren. Der Fußmarsch entlang des Flusses lohnt in jedem Fall. An seinem Ende führt er zu einem Wasserfall, der über enge Holzstufen erreichbar ist. Auf Grund der langen Rückfahrt, die vor uns lag, haben wir auf den Besuch des liegenden Buddhas, der sich in der Nähe auf dem Phnom Kulen befindet, verzichtet. Um euch mit in den zauberhaften Regenwald mit dem Fluss der 1000 Lingas zu nehmen, haben wir für euch ein paar Fotos zusammengestellt.

Der Tonle Sap See und seine schwimmenden Dörfer

An unserem letzten Tag fuhren wir mit unserem TukTuk Fahrer nach Siem Reap Stadt und suchten uns dort einen Reiseanbieter um zu den schwimmenden Dörfern des Tonle Sap Sees zu fahren. Ja, wir haben gelernt und sind dieses Mal nicht wieder mit dem TukTuk zum Tonle Sap See gefahren, auch wenn wir uns auch heute noch sicher sind, dass unser TukTuk-Fahrer uns dort hingebracht hätte. Nicht sicher über das, was wir da gerade gebucht hatten, setzen wir uns in den klimatisierten Kleinbus und holten nach und nach andere Touristen an ihren Hotels ab. Unsere Gruppe bestand am Ende aus Mutter und Tochter aus Indien, die in Südafrika lebten, einem jungen russischen Pärchen, einem älteren Herren aus Malaysia, einem Texaner und uns.

Als wir dann zu einer Werkstatt gebracht wurden, in denen in Handarbeit Holzschnitzereien und Gipsfiguren gefertigt wurden und der Rundgang in einem riesigen Souvenirshop endete, waren wir alle verwirrt und etwas angefressen. Und da solche Erlebnisse verbinden, ging es bei angeregten Unterhaltungen und Scherzen, wo wir jetzt nun landen würden, über gut befahrbare Straßen zu einem mit Schlaglöchern gesäumten Feldweg über den wir 20 Minuten in Richtung Tonle Sap See ruckelten.  Den zwischen Trocken- und Monsunzeit um 12 Meter Tiefe und die fünffache Breite schwankenden See (in der Trockenzeit hat er eine Fläche von lediglich 2.500, in der Monsunzeit von 12.500 Quadratkilometern) konnten wir auf Grund der herrschenden Trockenzeit im Januar nicht direkt erreichen. Wir stiegen aus dem Bus aus und begaben uns in ein Chaos von Booten, wo wir vom einem über das nächste auf das Boot stiegen, das unsere zusammengewachsene Reisegruppe zum See schipperte. Bei knatternden Motorgeräuschen und auf dem Dach des Bootes sitzend machten wir immer noch Scherze über das, was jetzt noch passieren könnte, bis wir alle inne hielten und schweigten. Nach einer 10minütigen Fahrt durch einen schmalen Kanal befanden wir uns Mitten in einem Dorf, in dem sich das gesamte Leben auf dem Wasser und im Wasser abspielt. Wir sahen Häuser auf meterhohen Stelzen, schwimmende Gemüsegärten und Schweineställe, Kindern, die in Schüsseln auf dem Wasser trieben oder umhersprangen. Willkommen in Kompong Phluk. Aktuell (Trockenzeit) führen steile Holzleitern hinauf zu den einfach gezimmerten Häuschen. Es ist kaum vorstellbar, wie das ganze Dorf in ein paar Monaten auf dem Wasser schwimmt, wenn der Monsun beginnt. Und für uns nicht vorstellbar hier zu leben. Doch überall ertönt das Lachen von Kindern, freudig winken sie uns und tanzen mit uns Gangnam-Style, der Tanz, der es selbst in den abgelegensten Ort von Kambodscha geschafft hat. Zugleich beeindruckt und schockiert über die Armut fuhr uns unser Kapitän zu einem im Wasser liegenden Restaurant. Wer mochte, konnte dort auf einem Paddelboot, meistens geführt von einer jungen Frau mit ihrem Baby im Arm, durch die Mangrovenwälder fahren. Wieder vollständig fuhren wir weiter auf den Tonle Sap See und genossen bei ausgeschaltetem Motor, getrieben von der Strömung des Sees den Sonnenuntergang.

Auf dem Rückweg nach Siem Reap war die Stimmung weniger ausgelassen. Jeder Einzelne von uns wusste mit dem Erlebten nicht so recht umzugehen und es fiel uns allen schwer, die, auch wenn typische Art in schwimmenden Dörfern und die daraus resultierenden Vor- und Nachteile mit und von einem Fluss zu leben, zu verstehen.

Auch wenn wir, um ehrlich zu sein, auch einen kleinen Tempelkollar hatten und von unserem Ausflug an den Tonle Sap See geprägt waren, haben wir Kambodscha, Siem Reap, Angkor Wat, die Kinder und die Mitarbeiter des Palm Village Resort & Spa, insbesondere unseren gern gewonnen TukTuk-Fahrer, schon ein wenig wehmütig verlassen. Die Menschen sind uns alle sehr freundlich und offen begegnet, wir haben viel Bezauberndes erlebt und die Erfahrungen und Erinnerungen bringen uns unvergesslichen Reisereichtum.

Details und Tipps zu Siem Reap in 7 Fragen und 7 Antworten

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