Gone Travelling: Malawi (Afrika)

Love Africa

Afrika, ein Kontinent mit vielen Facetten. Bürgerkriege, Terrorismus, Malaria, HIV und Ebola – diese Bilder haben viele Menschen dank der Berichterstattung der westlichen Medien in ihren Köpfen. Wir schätzen uns sehr glücklich, die Erfahrung gemacht zu haben, dass Mutter Afrika so viel mehr ist als ihr Ruf.

Im Juni 2015 starteten wir unsere Weltreise in Nairobi, Kenia und unser Weg sollte uns durch Tanzania, Malawi, Zambia, Botswana, Namibia bis nach Kapstadt in Südafrika führen.  Unterwegs sahen wir, wie sich die Landschaft verändert: Von Steppe zu Bergen, von Bergen zur Seenlandschaft über Wüsten und Dünen bishin zu grünen Inseln und Küstenregionen. Afrika ist ohne Frage landschaftlich wunderschön und farbenfroh. Nicht zu vergessen ist natürlich das fabelhaft artenreiche Tierreich. Was uns jedoch am meisten beeindruckte, ist die Zufriedenheit und Lebensfreude, die die Menschen trotz der, für unsere Verhältnisse, bitteren Armut ausstrahlten. Etwas, das uns reichen Europäern leider sehr oft fehlt. Man stellt sich unweigerlich die Frage: Was bedeutet „Reichtum“ für mich?

Ein besonders schönes Beispiel ist für uns Malawi. Malawi ist eines der ärmsten Länder Afrikas und die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen liegt bei ca. 53 Jahren (Quelle: National Geographic). Diese ist einem großen Teil der hohen Rate an HIV Erkrankungen geschuldet, ist aber auch auf die Tatsache zurück zu führen, dass ein Großteil der Bevölkerung an Mangelernährung leidet. Trotz des zweifellos sehr harten Lebens, haben wir hier einige der herzlichsten und fröhlichsten Menschen Afrikas kennengelernt. Wir hatten das Glück von Banjo aus dem Dorf Kande am Malawisee einen Eindruck vom Leben in seinem Dorf vermittelt zu bekommen. Er zeigte uns, wie das Grundnahrungsmittel Kasawa, ein Wurzelgemüse, angebaut und verarbeitet wird. Er stellte uns seine Großmutter vor, die ihn, aufgrund des frühen Todes seiner Eltern, großgezogen hat. Wir trafen sie als sie gerade in dem kleinen Küchenhaus der Familie Okraschoten kochte. Er stellte uns Francis, den Direktor der Grundschule, vor. Ein strenger Mann mit einer großen Leidenschaft für seinen Beruf, der in seiner Schule 1800 Schüler zusammen mit nur 12 Lehrern unterrichtet. Die durchschnittliche Klassengröße ist 180-200 Schüler und es mangelt quasi an allem von Kugelschreibern bis Schuluniformen. Kaum vorstellbar für uns verwöhnte Deutsche. Nichts desto trotz kann man sich den Stolz von Mr. Francis und seinen Schülern kaum vorstellen als sie uns die Schule zeigten.

Am Abend lud Banjo uns zu sich nach Hause ein, wo wir draußen auf einer Matte auf dem Boden sitzend zu Abend aßen. Es gab natürlich Kasawabrei mit einigen Beilagen. Der Geschmack war eher gewöhnungsbedürftig für unsere verwöhnten Gaumen. Zur Feier des Tages versammelte sich das halbe Dorf um uns und wir wurden Zeuge einer der ausgelassensten Tanzeinlagen, die man sich vorstellen kann. Tanzen und Musik sind sehr wichtige Bestandteile der Kultur und die Kinder wollten uns unbedingt alle ihren persönlichen Tanzstil vorführen. Natürlich kamen auch wir nicht ungeschoren davon und wackelten fleißig im Takt mit dem Hintern. Bis heute ist dieser Abend eine der schönsten Erinnerungen unserer Reise.

Wenn man große Städte und westliche Annehmlichkeiten in seinem Urlaub erwartet, ist man hier sicherlich fehl am Platz. Aber wenn man an Orte kommen möchte, an denen viele Menschen vielleicht noch nie einen Touristen gesehen haben und wirklich authentische Erfahrungen ohne den üblichen (über)kommerziellen Rummel machen möchte, ist man in Malawi genau richtig. Vielerorts werden wunderschöne Holzschnitzereien hergestellt. Seid allerdings vor den charismatischen und aufdringlichen Verkäufern mit den verrückten Namen „Jack Sparrow“, „Mr. Vegemite“ oder auch „Cheap as Chips“ gewarnt. Man muss gut verhandeln, um nicht übers Ohr gehauen zu werden. Die hügelige, grüne Landschaft und natürlich, nicht zu vergessen, der riesige Malawisee, von dem man denken könnte er wäre ein Ozean, machen das Land zudem landschaftlich einzigartig. Wir wünschten wir hätten die Gelegenheit gehabt tauchen zu gehen, aber die Chance bekommen wir dann vielleicht beim nächsten Mal. Die Nationalparks im Land sind nicht sehr bekannt, beherbergen aber seit ein paar Jahren wieder die „Big Five“.

Das Fazit unserer kurzen Exkursion nach Malawi: Wir haben in ein paar Tagen gelernt, die Dinge, die für uns selbstverständlich sind, neu zu schätzen. Und um noch einmal auf die Frage „Was bedeutet Reichtum für mich?“ zurückzukommen – Banjo und sein Dorf haben uns gezeigt, dass „Reichtum“ nicht viel mit materiellen Dingen zu tun hat. Glück, Freundschaft, Lebensfreude, Zusammenhalt und vielleicht Neugierde hingegen sind für uns der wahre Reichtum dieser Welt.

Jemand sagte mal “ Reisen ist das einzige auf der Welt wofür man Geld ausgibt, das einen reicher macht!“ In diesem Sinne, Happy Travelling!

Über die Autorinnen:

Unsere Namen sind Maren und Julia aus Bremen und Hamburg und wir sind Gone Travelling. Anfang 2014 entschieden wir unseren stressigen Jobs für eine Weile zu entfliehen und auf Reisen zu gehen. Seit Juni 2015 befinden wir uns nun auf unserer mehrmonatigen Reise um die Welt. Angefangen von Afrika über die Südsee geht es nach Südamerika und für eine von uns sogar bis in die Antarktis. Wir haben die Zeit unseres Lebens!

Wenn ihr mehr über unsere Reise erfahren möchtet, schaut auf unserem Blog vorbei unter www.gone-travelling.com. Wir freuen uns.

Wir bedanken uns ganz herzlich für diesen bezaubernden Beitrag bei Gone Travelling und wünschen euch eine tolle Weiterreise prall gefüllt mit Reisereichtum. Keep on travelling!

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