Costa Rica

Pura Vida! In 16 Tagen individuell, unabhängig und fasziniert durch Costa Rica

Was haben die WM 2014 und unser Costa Rica Trip im Januar 2015 gemeinsam?

Genau! Die Weltmeisterschaft in Brasilien. Denn diese weckte unsere Reiselust nach Mittel- oder Südamerika. Nach kurzem überlegen und dem Erleben der Spiel- und Fanfreude der Costa Ricaner war die Entscheidung dann schnell getroffen. Unser nächstes Ziel heißt Costa Rica.

Beim Einlesen wurde uns dann schnell klar, es gibt so viel zu entdecken in dem Land, in dem es alleine 26 Nationalparks gibt. Was tun? Nur an einem der wunderschönen Flecken verweilen oder einen Roadtrip wagen. Wir entschieden uns für den individuellen und unabhängigen Roadtrip.

Die Ankunft

Kaum in San José gelandet wurden wir von unserer Autovermietung am Flughafen freundlich empfangen und fuhren mit ihnen bei costa ricanischen Radioklängen und Gesängen des Fahrers in die nahegelegene Autovermietung. Unser Auto hatten wir bereits in Deutschland gebucht (ganz wichtig: Auto mit Allradantrieb buchen). Dort erlebten wir zum ersten Mal Pura Vida. Pura Vida ist nicht nur eine Redewendung und Begrüßung unter den Ticos, sondern ist vielmehr Ausdruck eines Lebensstils, indem Zeit keine Rolle spielt und das langsame und genüssliche Leben im Vordergrund steht.  Und so dauerte es ein Weilchen bis wir unser Fahrzeug in Empfang nehmen konnten, denn es wurde erstmal untereinander geplaudert und gelacht, was uns nicht störte. Nach gemeinsamer Prüfung des Fahrzeuges und Führung eines Protokolls über Schäden, ging es dann on the Road.

TIPP: Wir haben das Fahrzeug ohne Navi gemietet. Die Kosten könnt ihr euch sparen. Kauft euch eine Handykarte direkt am Flughafen, habt eine entsprechende App mit einer Karte von Costa Rica zur Verfügung und nehmt eine traditionelle Straßenkarte zur Hand. Dieses Equipment, gepaart mit den – zumindest an den Hauptverkehrswegen – vorhandenen Schildern, hat uns zuverlässig durch das Land geführt. Zudem hatten wir für Notfälle dann immer ein funktionierendes Handy parat.

Der erste Weg führte uns durch das Gewirr und den Trubel der Hauptstadt San José Richtung Vulkan Arenal nach Fortuna. Dort hatten wir bereits von Deutschland ein Zimmer im ArenalBackpackersResort, einem Hostel das sowohl Übernachtungen in Mehrbett-Zimmern, privaten Einzel- oder Doppelzimmern als auch in Zelten anbietet, gebucht. Bei einem kühlen Bier mit Blick auf den Vulkan Arenal kamen wir langsam in Costa Rica an. Nach einem ersten Test der costa ricanischen Küche, bestehend aus Quesadillas und Nachos mit Käse überbacken mit Guacomole zum Dippen, fielen wir dann jedoch bereits am frühen Abend wie Steine ins Bett.

TIPP: Für alle, die uns nacheifern möchten, empfehlen wir, die erste Nacht in oder um San José zu verbringen und dann Richtung Fortuna zu starten. Der Jetlag und die Fahrt haben uns jede Menge Kraft gekostet und uns die Geduld geraubt, die ersten Eindrücke, die wundervolle Natur mit orange blühenden Bäumen sowie die beeindruckenden Berg- und Talfahrten zu genießen.

Fortuna und der Vulkan Arenal

In der Umgebung von Fortuna am Arenal-See sind die Hanging Bridges einen Besuch wert. Hier läuft man über bis zu 70m hohe Hängebrücken und erlebt den Regenwald aus der Vogelperspektive. Eine Wanderung zum Vulkan Arenal kann man auch ohne Führung machen. Einfach mit dem Auto über einen Feldweg zu einem nahegelegenen Parkplatz fahren und von dort starten. Die Wege rund um den Vulkan sind ausgeschildert. Leider haben wir es nicht mehr zum Wasserfall in Fortuna geschafft. Der Anblick und das Bad im kühlen Nass sollen aber einen Besuch wert sein.

Auf dem Weg ins Orosital

Unsere Fahrt führte uns weiter in die Tirimbina Lodge nach La Virgen in der Nähe von Sarapiqui. Dort kann man auf eigene Faust eine Tour durch den Regenwald machen und unter dem Gebrüll von Mantelbrüllaffen und den Augen von Wildkatzen die Natur im eigenen Tempo erleben. Keine Angst: Niemand geht im Dschungel verloren. Zu Beginn trägt man sich an der Rezeption in eine Liste ein und wenn man nicht bis 17 Uhr zurück ist, werdet ihr aus dem Dschungel geführt. Gott sei Dank war dies bei uns nicht nötig.
Übernachtet haben wir dann in Vara Blanca in einer Lodge in den Bergen. Die Lodge befindet sich in der Nähe des Wasserfalles La Paz, der direkt von der Straße zu bewundern ist.

TIPP: Ein Besuch des künstlich angelegten und von Touristenbussen angefahrenen Parkes La Paz Wasserfallgarten ist nicht notwendig. Der Wasserfall lässt sich auch bei einem Halt an der Straße bewundern und fotografieren.

Durch Alajuela und an San José vorbei fuhren wir dann am nächsten Tag in das wunderschön gelegene Orosital. Schon die Fahrt den Berg hinab lohnt eine Reise ins Tal. Lohnenswert ist auch eine Übernachtung, gerne auch mehrere, in der von deutschen liebevoll geführten Orosi Lodge. Bei frisch gebackenem Kuchen und eigenem Kaffee kann man hier die perfekte Verbindung zwischen deutscher Perfektion und costa ricanischer Pura Vida erleben. Wir entschieden uns im Tal eine Mountainbike-Tour um den Cachi-See zu machen und haben uns Mountainbikes von der Lodge geliehen. Die Tour über Berg und Tal setzt jedoch eine gewisse sportliche Fitness und Durchhaltevermögen voraus, insbesondere bei Temperaturen von über 30 Grad.

Am nächsten Tag fuhren wir bereits sehr früh auf den Vulkan Irazu. Ein bewachter Parkplatz und eine beeindruckende Landschaft, die an die Mondlandschaft erinnert, haben uns bewiesen, warum der Irazu mit seinem Krater das meist fotografierteste Motiv in Costa Rica ist.

Stationen bis nach Drake Bay

Vom Vulkan Irazu ging es über den Cerro de la Muerta über eine landschaftlich umwerfende Fahrtstrecke bis an die südpazifische Küste nach Ojochal. Dort übernachteten wir im von Holländern geführten Hotel Mono Feliz mit großem Garten, einem schönen Pool und sehr freundlichen deutschsprechenden Gastgebern.

Nach einem kleinen und leckeren Frühstück fuhren wir weiter an den Bootsanlegesteg nach Sierpe, um mit dem Boot nach Drake Bay überzusetzen. Das Auto kann ohne Bedenken an einem überwachten und gesicherten Parkplatz für mehrere Tage und zum kleinen Preis abgestellt werden.

TIPP: Nehmt nur so viel Gepäck mit, wie für die Dauer eures Aufenthaltes in Drake Bay notwendig. Den Rest könnt ihr ohne Gefahr vor Diebstahl im Auto auf dem bewachten Parkplatz lassen. Die Fahrt auf dem mitunter mehr Personen tragenden als Personen fassenden Bootes sowie die Verstauung des Gepäckes ist ein wenig abenteuerlich. Und umso weniger Gepäck ihr habt, desto einfacher ist auch das Aussteigen aus dem Boot, welches im Meer direkt an der Küste erfolgt. Das Tragen von kurzen Hosen oder Badebekleidung und festem Schuhwerk, das nass werden kann, sind hier der absolute Geheimtipp.

Gebucht haben wir die Überfahrt am Vortag mit Hilfe unseres wundervollen Gastgebers Emilio, Besitzer der Vista Drake Lodge in Drake Bay. Er hat uns einen Tag zuvor zwei Plätze in einem Boot gebucht und unter Angabe seines Namens lief an der Bootsanlegestelle in Sierpe alles problemlos.

TIPP: Die Anfahrt nach Drake Bay ist auch mit Auto möglich. Jedoch müsst ihr mehrere Flüsse durchqueren, die mitunter tief sein könnten und deren Tiefe vor der Durchfahrt getestet werden muss. Wer Lust auf Abenteuer hat, kann dies definitiv versuchen. Denn im schlimmsten Fall geht es nicht weiter und man muss entweder zurück oder auf die Einheimischen warten, die einem eventuell vormachen wie man den Fluss durchqueren kann. 

Drake Bay und der Corcovado Nationalpark

In Drake Bay angekommen erwartete uns ein Freund von Emilio bereits am Strand und führte uns zu unserem eigenen Bungalow mit einmaligem Blick über die Bucht, einem großen Badezimmer und einem liebevoll eingerichteten Schlafbereich mit gleich mehreren Betten. Unsere Terrasse mit Hängematten, die Gastfreundlichkeit von Emilio, das kleine Insel-Örtchen und die netten Einwohner machen Drake Bay zu einem paradiesischen Ort, an dem man den kompletten Alttagsstress vergessen und sich in seine eigene Inselwelt begeben kann. Pura Vida in seiner schönsten Form!
Lohnenswert ist ein Tagestrip in den Corcovado Nationalpark. Der Besuch des berühmten und noch unberührtesten Nationalparks Costa Ricas ist nur mit einem Guide möglich. Die Wanderung muss vorher gebucht werden und ist nur mit einer Anreise per Boot möglich. Der Nationalpark beeindruckt mit einer faszinierenden Flora und Fauna sowie reichen Tierwelt. Wir beobachteten Tapire, Faultiere, allerlei Vogelarten, Krokodile, Leguane und alle drei Affenarten Costa Ricas (Mantelbrüllaffen, Klammeraffen und Totenkopfäffchen) in freier Wildbahn und erlebten insbesondere Spinnen ganz nah in ihrer natürlichen Umgebung. Ein unvergessliches Erlebnis war neben dem Besuch des Nationalparks, auch das Beobachten von frei lebenden roten Aras, die den ganzen Tag über den Himmel von Drake Bay flogen und ihre Gesänge von sich gaben.

Auf in den Dschungel und ab ins Baumhaus

Mit schwerem Herzen haben wir Drake Bay verlassen, doch es erwartete uns eines der nächsten Highlights unserer Reise. Drei Tage Dschungel pur in der Finca Bellavista mit zwei Übernachtungen im eigenen abgelegenen Baumhaus.

Tipp: Unser Baumhaus (mit Solar-Strom) haben wir bereits aus Deutschland gebucht, da die Finca Bellavista ein beliebter Ort für Abenteurer und Naturliebhaber ist und selten spontan ein Baumhaus zur Verfügung steht.

Ein steiniger und sehr steiler Weg (Allradantrieb zwingend erforderlich) führte uns immer tiefer und höher in den Nationalpark Piedras Blancas. Dort angekommen erwartete uns das Team um Gründer Mateo, bestehende aus einer tollen Community aus Aussteigern, Au-pairs und Naturverliebten. Wer bereit ist, sich auf das Abenteuer einzulassen und sich auch nachts im Duster nicht scheut, quer durch den Dschungel zu laufen, ist hier genau richtig. Neben dem Lauschen der Geräusche des Dschungels, während man auf der baumhauseigenen Terrasse im Schaukelstuhl wippt, kann man sich hier in Schwimmlöchern abkühlen, einen Wasserfall bewundern (leider nicht so imposant in der Trockenzeit), in einer Nachtwanderung die Tierwelt entdecken, eine E-Bike Tour oder Ziplining machen. Für alle, die einfach nur ihre Zeit im Baumhaus und der Natur genießen wollen, gibt es Verpflegungs- und Kochpakete, die ins Baumhaus gebracht werden. Alle anderen können ihr Essen auch selbst mitbringen oder das Essen im Basiscamp in der Gemeinschaft genießen. Nähere Infos zu unserem abenteuerlichen Aufenthalt in der Finca Bellavista erfahrt ihr in diesem Artikel: von Kindheitsträumen und Schlafstörungen im Baumhaustraum.

Ausgehend von der Finca Bellavista machten wir einen Trip Richtung der Grenze nach Panama, in das schöne Hafenstädtchen Golfito, wo wir in einem direkt am Golf gelegenen Restaurant Cocktails genossen und uns aus der Küche mit frischen Meeresfrüchten verwöhnen ließen.

Uvita, Quepos und der Nationalpark Manuel Antonio

Zum nächsten Nationalpark Manuel Antonio ging es dann über Uvita. Hier gönnten wir uns ein leckeres Mittagessen, bestehend aus Avocado und Garnelen als Vorspeise und Paella als Hauptgang, im empfehlenswerten Restaurant Sabor Espanol. Nach einem kurzen Spaziergang über den inmitten dem Nationalpark Ballena gelegenen Strand von Uvita, fuhren wir an der komplettem südpazifischen Küste entlang bis nach Quepos – unserem Ausgangspunkt in den berühmtesten und von zahlreichen Touristen besuchten Nationalpark Manuel Antonio.

Aufgrund der massenhaften Besucher haben sich die unterschiedlichsten Tiere,  insbesondere die Affen an die Menschen gewöhnt. Diese greifen auch gerne in die Taschen oder bei etwas zu Essen zu. Die Tiere jedoch bitte nicht füttern! Der Park bietet seinen Gästen eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt, Strände und Wanderwege durch den Regenwald. Es lohnt sich die breiteren Wege zu verlassen und auf kleineren Pfaden zu wandern. Hier konnten wir die seltenen Totenkopfäffchen in freier Wildbahn in Ruhe beobachten und bestaunen.

TIPP: Wer auf touristischen Trubel und den Nationalpark Manuel Antonio mit seinen durchaus schönen, aber unfassbar überlaufenen Stränden verzichten kann, sollte dies tun. Wir empfehlen lieber mehr Zeit in Uvita und dem Nationalpark Ballena zu verbringen. Dort sind die Unterkünfte zwar etwas teuerer, aber alles in allem zahlt man in den Touristenhochburgen um Manuel Antonio dasselbe, da dort auch die Essens – und Getränkepreise über die normalen europäischen Preise weit hinaus gehen.

Vulkan Poas und die letzten Ausflüge bis zur Rückreise

Die letzten beiden Nächte unseres 16 tägigen Roadtrips verbrachten wir in dem ebenfalls von einer Deutschen geführten Bed&Breakfast Hotel Vista Linda Montana. Das Hotel in der Nähe von Alajuela besticht nicht nur durch den Charme der Gastgeberin, sondern auch durch liebevoll eingerichtete Zimmer und seine Lage am Berg. Wir folgten dem Berg hinauf bis zum Vulkan Poas. Hier bestaunten wir unter Geruch von Schwefel den türkis-grün schimmernden Kratersee, den märchenhaft wirkenden Nebelwald und die blaue Lagune Botos, die auf uns wie eine Oase mitten auf einem Vulkan wirkte.
Nach Abgabe des Mietwagens in San Jose und geprägt von all diesen Erfahrungen, Erlebnissen und mit einem Kopf voller einmaliger Erinnerungen, machten wir uns dann zurück auf den Weg nach Deutschland. Hier heißt es nun auch für uns Pura Vida und wir genießen den Reisereichtum.

weitere Impressionen unseres Roadtrips durch Costa Rica findet ihr hier und auch die Dinge , die uns den Tag erleichtert haben und dringend benötigt wurden, findet ihr unter die Must Haves in Costa Rica

5 Gedanken zu “Costa Rica

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