Amerika: Florida Golfküste

Eine Runde am Golf: ein Roadtrip durch Florida

Nicht mit dem Golf am Golf von Mexiko, dafür aber standesgemäß mit einem roten Jeep entlang der Traumküste. So machten wir uns auf zu einem 5 tägigen Roadtrip von Orlando entlang der Golfküste durch die Everglades bis nach Miami.

Wir starteten unseren Trip in Frankfurt, von wo es mit dem Flugzeug über Dallas nach Orlando ging. Dort angekommen übernahmen wir unseren Mietwagen und setzten unsere Fahrt fort in Richtung Hotel, welches wir bereits von Deutschland gebucht hatten. Ab dann ließen wir uns treiben. Unsere Route hatten wir schon vorher ausgesucht. Wo wir aber wie lange bleiben möchten, ließen wir offen und dachten uns feel free. Also begaben wir uns für 5 Tage on the road.

Tampa ist mehr als nur Busch Gardens

Zunächst cruisten wir nach Tampa, der drittgrößten Stadt Floridas nach Jacksonville und Miami. Ziel war jedoch nicht der beliebte Freizeitpark Bush Gardens, sondern der Ybor City District. Der kubanische Stadtteil wurde im 19. Jahrhundert als Zentrum der Zigarettenherstellung gegründet. Nach der Weltwirtschaftskrise wurden die Zigaretten dann nicht mehr in Handarbeit, sondern industriell gefertigt, so dass die Handwerkskunst nicht mehr glänzen konnte. Seinen Glanz hat das denkmalgeschützte Viertel dennoch nicht verloren. Heute finden sich in restaurierten Fabrik- und Lagerhallen Restaurants und Bars, die zum funktionierenden und regen Nachtleben beitragen. Echte von handgedrehte kubanische Zigarren könnt ihr aber auch heute noch erwerben und als Souvenir mitnehmen.

St. Petersburg-Sunshine City mit Flair, Charme und Dali

Eine Brückenfahrt entfernt von Tampa liegt St. Petersburg. Floridas Sunshine City, die nach dem Heimatort eines der Gründer benannt ist. Die Stadt überzeugte uns mit mediterraner Architektur, einer tollen Skyline, dem Dali Museum (definitiv ein Besuch wert!), einem Pier und einem Yachthafen, in dem nicht nur Yachten, sondern auch Segelschiffe und Pelikane für Flair und Charme sorgen. Ebenfalls zu St. Petersburg gehört Fort de Soto Park. Hier erwarteten Euch neben einer alten Festung und einem weißen Sandstrand, die unterschiedlichsten Vogelarten, Nähe zu Delfinen und ein Pier, welches weit ins Meer ragt und von Anglern gesäumt ist. Den Abend und einen der schönsten Sonnenuntergänge Floridas genossen wir im nahegelegenen Pass a Grille.

Bradenton und der Geheimtipp Anna Maria Island

Der Highway 41 führte uns weiter nach Bradenton. Die Hauptstadt von Manatee County lockt nicht nur mit schönen Sandstränden, sondern in der Saison (von November bis April) auch mit zahlreichen Manatees (Seekühen) im Hafenbecken und im Manatee River. An diesem Fluß sind wir auf dem sehr schön angelegten 1,5 Meilen langen Riverwalk, den die dortige Tourismusbranche selbst als Wohnzimmer in freier Natur bezeichnet, entlang geschlendert und haben zum Ausruhen eine Runde auf der Hollywoodschaukel geschaukelt.  Eine Brückenfahrt entfernt erwartete uns dann Anna Maria Island und brachte uns zum Staunen. Die bonbonfarbenen Häuser, die puderweißen Sandstrände und das türkisfarbene Meer erinnern eher an eine einsame Insel in der Karibik als an eine nahe dem Festland gelegene Insel im Golf von Mexiko. Auf Anna Maria Island gibt es keine großen Hotel- und Restaurantketten. Ruhe suchende Urlauber übernachten in Apartment-Hotels oder privaten Ferienhäusern. Das Ganze hat natürlich seinen Preis. So entschieden wir uns, nach einem kurzen Bad im Golf und einer kleinen Stärkung in einer Bar direkt am Strand, unseren Roadtrip fortzusetzen.

Sarasota und seine Flamingos

Sarasota ist bekannt als das kulturelle Zentrum von Florida. Zu den Hauptattraktionen zählt das 1925 von John Ringling erbaute Ringling Museum of Art, welches zahlreiche italienische Gemälde beherbergt. Nicht verwunderlich ist auch, dass es einen Bereich mit einem Zirkusmuseum gibt, schließlich hat John Ringling seinen Multimillionär-Status als Zirkusdirektor erlangt. Auch die Winterresidenz der Ringlings, die einem venezianischen Palast ähnelt, kann besucht und bewundert werden. Unsere Aufmerksamkeit schenkten wir jedoch den Sarasota Jungle Gardens, einem botanischen Garten in dem allerlei Pflanzen und Blumen aus aller Welt, Papageien und Reptilien zu finden sind. Begeistert hat uns die Flamingo Lagune. Hier nutzten wir die Gelegenheit, den pinken Vögeln ganz nah zu kommen und diese zu füttern. Ein unvergessliches Erlebnis.

Der Ferienort Fort Myers und das Tor zu den Everglades Naples

Mittlerweile sind wir 200km von Tampa entfernt und befinden uns im Südwesten von Florida in Fort Myers. Fort Myers ist bekannt für seinen weißen Sandstrand, einmalige Sonnenuntergänge, die Inseln Sanibel und Captiva und das gut erhaltene historische Stadtzentrum. Wir entschieden uns nach unserer Ankunft direkt zum Fort Myers Beach zu fahren, dort den Sonnenuntergang zu genießen und dann das Nachtleben zu entdecken. Beides liegt nur einen Katzensprung voneinander entfernt und lässt sich sehr gut verbinden.

Nach einer kurzen Nacht fuhren wir Richtung Everglades mit einem Zwischenstopp im Ferienort Naples. Wir schlenderten durch Tin City, einem Dock, das heute viele kleine Geschäfte beherbergt, in denen es auch handgefertigte Sachen zu kaufen gibt und warfen einen kurzen Blick auf den Hafen. Die Hitze des Tages trieb uns jedoch ziemlich schnell zurück in unser klimatisiertes Auto.

Die unfassbare Weite der Everglades

In den Everglades warteten Alligatoren, Schildkröten, hunderte von Vogelarten und eine einmalige Sumpflandschaft darauf entdeckt zu werden. Jeder Besucher kann frei entscheiden, ob er sich auf eigene Faust mit dem Rad durch den Nationalpark begibt, auf einer geführten Tour zu Fuß oder auf einem Propellerboot. Wir entschieden uns gegen die lauten Boote und für ein Indianerdorf, dessen Museum jedoch ein wenig enttäuschte. Dem Angebot in den Everglades sind jedoch fast keine Grenzen gesetzt und die Everglades wirken, wenn man im Herzen dessen steht, unendlich und unendlich schön.

Wir haben es dann aber doch aus den unendlichen Weiten der Everglades geschafft und standen nach einer weiteren Stunde Fahrt Mitten in Miami.

Und plötzlich ist unsere Runde am Golf schon vorbei und der Reisereichtum ist wieder da.

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